
JÜDISCHE STIMMEN
Eine literarische Erinnerung an die Shoah und die Wiederkehr des Traumas
Hans Otto-Theater Potsdam – Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam
Eine literarische Erinnerung an die Shoah und die Wiederkehr des Traumas
Die Dichterin Nelly Sachs schrieb bereits 1951 einen der eindrücklichsten Theatertexte über die traumatisierenden Verlusterfahrungen der Shoah: „Eli. Ein Mysterienspiel vom Leiden Israels“.
Bis heute ist der Text kaum rezipiert worden, obwohl Sachs 1966 für ihre Werke den Nobelpreis erhielt. Vielleicht auch, weil der Schmerz über die Vernichtung jüdischer Kinder und die Frage nach der Möglichkeit des Weiterlebens in besonderer Dichte zum Ausdruck kommt.
Das Hans Otto Theater und das Institut für Neue Soziale Plastik e. V. geben diesem literarischen Zeugnis mit einer szenischen Lesung Raum und schlagen im Nachgespräch eine Verbindung in die Gegenwart. Welche Worte, welches Schreiben braucht es angesichts wachsenden Antisemitismus weltweit heute?
Es lesen Mitglieder des Ensembles. Im Anschluss an die Lesung wird es ein Publikumsgespräch geben.
19. November 2026, 19:30 Uhr Hans Otto Theater, Reithalle Box Schiffbauergasse 16, 14467 Potsdam
KÜNSTLERISCHE LEITUNG: Bettina Jahnke, Stella Leder, Eva Marburg, Emma Charlott Ulrich
In mehreren Veranstaltungen stehen die Vielfalt und Komplexität des Schreibens jüdischer Autor*innen im Mittelpunkt: ob Isaak Bashevist Singer (der bisher einzige Jiddisch schreibende Schriftsteller, der 1978 den Nobelpreis für Literatur erhielt), Jurek Becker (Schriftsteller und DDR-Dissident), Zeruya Shalev (israelische Schriftstellerin), Yasmina Reza (französische Erfolgsautorin aus einer weitverzweigten jüdischen Familie) oder auch ganz neue, unbekannte zeitgenössische Dichter* innen.
In Kooperation mit dem Hans Otto Theater Potsdam verleihen wir damit in Zeiten von Ausgrenzung jüdischen Lebens und wachsendem Antisemitismus nach dem 7. Oktober 2023 jüdischer Identität und Kultur eine Stimme und Öffentlichkeit. Es ist angedacht, zeitgenössische Autor*innen einzuladen und ihre Werke mittels Simultan-Übersetzung kennenzulernen, oder Ensemblemitglieder lesen bereits übersetzte bzw. deutschsprachige Texte. Das können Auszüge aus Romanen, Novellen, Theaterstücke oder Gedichte sein. Immer wollen wir im Anschluss miteinander ins Gespräch kommen.