
Transit: Stories of Travellers and Migrants
Filmreihe im IL Kino, Berlin-Neukölln
IL Kino, Berlin – Nansenstraße 22, 12047 Berlin
Die Filmreihe „Transit – Stories of Travellers and Migrants“ erkundet Orte, an denen die beteiligten Filmemacher:innen geboren und aufgewachsen sind, sowie Orte, die sie jetzt ihr Zuhause nennen. Angetrieben von dem Wunsch, die besondere Perspektive von Migrant:innen zu begreifen, begeben sich die Filmemacher:innen auf eine Reise in ihre eigene Vergangenheit und betrachten dabei kritisch die Gegenwart.
Die vierteilige Filmreihe lädt zu einem cineastischen Dialog ein – jeden vierten Sonntag im September, Oktober, November und Dezember. Die Vorführungen beginnen jeweils um 11:00 Uhr.
In unserer November-Ausgabe von “Transit” zeigen wir zwei Filme über zwei der schwersten rechtsextremen Verbrechen der jüngeren deutschen Geschichte. Obwohl sie sehr unterschiedliche filmische Sprachen finden, weisen die Filme erstaunliche Parallelen auf. Beide zoomen nah an die Taten und ihre Folgen heran und erweitern zugleich den Blick: Sie zeigen, warum diese Verbrechen keine Einzelfälle sind, sondern tief in der deutschen Gesellschaft und Geschichte verankert sind. Beide Filme stellen Fragen nach Hass und Rassismus, Heimat und Zugehörigkeit – und richten den Blick dabei auch auf uns selbst: Was erzählen wir uns als Gesellschaft von Vielen? Wie erinnern wir an diese Ereignisse und wie halten wir die Erinnerung an sie wach?
rückblickend betrachtet Kurzfilm – 15 Min., 2025, Deutsch mit englischen Untertiteln Regie: Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi Arbeitsmigrant:innen bauen ein Einkaufszentrum für die Olympischen Spiele 1972 in München. Im Jahr 2016 wird derselbe Ort zum Schauplatz eines rassistischen Anschlags. Der 15-minütige Essayfilm rückblickend betrachtet von Mila Zhluktenko and Daniel Asadi Faezi verwebt diese beiden historischen Ereignisse mit Sohrab Shahid Saless’ Film Empfänger Unbekannt (1983) und macht mit großer Sensibilität Kontinuitäten von Hass und Rassismus in der jüngeren deutschen Geschichte sichtbar.
Das Deutsche Volk Dokumentarfilm – 132 Min., 2025, Deutsch mit englischen Untertiteln Regie: Marcin Wierzchowski Der Film Das Deutsche Volk erzählt die Geschichte des rassistischen Anschlags von Hanau im Jahr 2020 aus der Perspektive der Hinterbliebenen und Überlebenden. Was sind die direkten und langfristigen Folgen eines solchen Anschlags für die Menschen und ihre Stadt? Regisseur Marcin Wierzchowski begleitet die Protagonist:innen vier Jahre lang mit der Kamera bei der Verarbeitung ihrer Trauer, aber auch in ihrem Kampf um Anerkennung und Zugehörigkeit zu dem Land, das sie ihre Heimat nennen. Wer darf Deutschland seine Heimat nennen?
Programm
Ab 10:00 Uhr – Einlass 11:00 Uhr – “rückblickend betrachtet” 11:15 Uhr – “Das Deutsche Volk” ca. 13:45 Uhr – Gespräch im Foyer
Im Ticket enthalten: eine Bruschetta oder eine Sfogliata.
Gespräch Yael Reuveny und Evgenia Gostrer (Kuratorinnen) mit den Filmemacher:innen Marcin Wierzchowski und Mila Zhluktenko.
Thema: Filmemachen über rechten Terror, die Protagonist:innen der Filme und die persönlichen Erfahrungen der Filmemacher mit ihrer Position zwischen Zugehörigkeit und Außenseitertum in Deutschland.
Sprache: Deutsch