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Reclaim Kunstfreiheit. Antisemitismuskritik, Kunst & Kultur.

Seit den Erfolgen der antisemitischen BDS-Bewegung im Kulturbereich, der Initiative GG 5.3 Weltoffenheit oder der Debatte um die documenta fifteen ist der Eindruck eines Diskurses entstanden, in dem sich Kunstfreiheit und Antisemitismuskritik unversöhnlich gegenüberstehen. Während Kulturschaffende und Künstler:innen von Kunstfreiheit sprechen, versuchen NGOs, antisemitismuskritische Wissenschaftler:innen und Journalist:innen, Antisemitismus zu thematisieren. Es ist augenfällig, dass jüdische Künstler:innen und antisemitismuskritische Kulturschaffende hierbei nur selten zu Wort kommen. 

Das Projekt Reclaim Kunstfreiheit. Antisemitismuskritik, Kunst & Kultur thematisiert Antisemitismus im Kulturbetrieb aus der Perspektive jüdischer bzw. antisemitismuskritischer Künstler:innen und Kulturschaffender. Dazu finden 2023 Vernetzungstreffen in verschiedenen Bundesländern statt, aus denen im Herbst eine öffentliche Veranstaltung in Berlin hervorgehen wird.. Das Projekt befasst sich mit der Situation jüdischer Künstler:innen im Kulturbetrieb, beschreibt Handlungsbedarfe und entwickelt mögliche politische, zivilgesellschaftliche und künstlerische Strategien gegen Antisemitismus im Kulturbetrieb. Im Fokus stehen dabei die Bedarfe der von Antisemitismus betroffenen Künstler:innen. Die Projektarbeit setzt sich aus wissenschaftlichen, politischen und künstlerischen Beiträgen zusammen.

Das Projekt orientiert sich in seiner Arbeit an der IHRA Definition von Antisemitismus.

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PROGRAMM

DI, 10.10.23 | ROTER SALON DER VOLKSBÜHNE

Grußwort Felix Klein
(Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus)

18:00

Hier und dort, Trauma und Gewalt - Darstellungen der Shoah im israelischen Theater Die Lecture Performance wirft fragmenthafte Blicke auf Topoi israelischer Dramatik, die die Shoah verhandelt - von der Staatsgründung 1948 bis heute ,- und streift in einem kleinen Exkurs die deutsche Rezeption. Mit Lesungen von Ausschnitten aus Theatertexten von Ben-Zion Tomer, Hanoch Levin und Hadar Galron. Ausgewählt und eingerichtet von Matthias Naumann (Futur II Konjunktiv / Neofelis Verlag).
Mit Konstantin Frank und Anabel Möbius

18:15

Barpause

19:30

20:00

Kontinuitäten und Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Kulturinstitutionen
Ein Panel mit Barbara Mundel (Münchener Kammerspiele), Samuel Salzborn (Ansprechpartner des Landes Berlin zu Antisemitismus) und Julia Voss (Kuratorin).

FR, 13.10.23 | GRÜNER SALON DER VOLKSBÜHNE

RELIGION: DISSIDENT
Als Alfred Dreifuß 1946 aus dem Exil in Schanghai nach Berlin zurückkehrt, ist er voller Hoffnung. Kultur und Theater sollen beim Aufbau eines neuen, besseren Deutschland eine große Rolle spielen. Nach einer Tätigkeit als Dramaturg an der Berliner Volksbühne – wo er schon vor 1933 gearbeitet hatte – wird Dreifuß 1949 Intendant am Landestheater Brandenburg, dem heutigen Hans Otto Theater (Potsdam). Was er in den folgenden Jahren erleben wird, gleicht einem Albtraum: 1950 wird er verhaftet, als Intendant entlassen, aus der SED ausgeschlossen. In einem antisemitisch konnotierten Prozess wird er zu 20 Monaten Zuchthaus sowie einer Geldstrafe verurteilt. Im Hintergrund des Prozesses stehen u.a. Ermittlungen wegen einer angeblichen Agententätigkeit. Seit 1948 will die SED zu einer „Partei neuen Typs“ werden und orientiert sich am Vorbild der stalinistischen KPdSU. Viele alte Genoss:innen fallen den Säuberungen zum Opfer.
 

Textcollage Bettina Leder | Einrichtung Benno Plassmann (Institut für Neue Soziale Plastik) Mit Schauspieler:innen des Ensembles des Hans Otto Theaters:Guido Lambrecht, Philipp Mauritz, Bettina Riebesel, Katja Zinsmeister

Die Szenische Lesung findet im Rahmen des „Jüdischen Kulturklubs Ostberlin“ des Instituts für Neue Soziale Plastik und in Kooperation mit dem Hans Otto Theater statt. Tickets erhältlich über den Online-Shop der Volksbühne. Nach der Veranstaltung am Freitag wird es für jüdische Gäste die Möglichkeit geben gemeinsam den Schabbath Willkommen zu heißen. Hierfür bitten wir um Anmeldung unter: info@neue-soziale-plastik.org

18:00

SA, 14.10.23 | SCHAUBÜHNE

Nachtland

Nach dem Tod ihres Vaters finden Nicola und Philipp ein altes Bild mit der Signatur „A. Hitler“ auf dem Dachboden ihres El- ternhauses. Wie kann das sein? Die Familie hat keine Naziver- gangenheit und war laut eigenem Bekunden immer gegen die Nazis, angeblich „aus ästhetischen Gründen“. Wieso also hatte der Vater ein Bild, das von Hitler gemalt wurde? Was macht man mit so einem Bild? Verbrennt man es? Oder sollte man es verkaufen? – Ein Gedanke, der Philipps Frau, die aus einer jüdischen Familie stammt, unerträglich ist. Die Geschwister und ihre Ehepartner: innen geraten in einen Streit, bei dem nach und nach antisemitische Klischees und Vorurteile an die Oberfläche treten. Von Marius von Mayenburg | Regie Marius von Mayenburg | Mit Damir Avdic, Moritz Gottwald, Jenny König, Genija Rvkova, Julia Schubert

Weitere Vorstellungen von Nachtland finden u.a. am 13. und 15.10.2023 statt.Für jüdische Gäste, die gerne an einem Schacharit in einer der Berliner Synagogen teilnehmen möchten, stellen wir gerne Informationen, via E-Mail, zur Verfügung.Kontakt: info@neue-soziale-plastik.org.

20:00

SO, 15.10.23 | BESUCH IN MESSINGWERK

Besuch in Messingwerk
1917 wird in Messingwerk (Eberswalde) die vermutlich erste Hachschara im Deutschen Reich gegründet; die ersten Jüdin- nen:Juden gehen 1922/23 von hier auf Aliyah. Heute blicken wir auf ein Jahrhundert jüdischer Flucht, Migration und Re- migration zurück. Seit 1948 bietet Israel Jüdinnen:Juden eine sichere Existenz. Das Leben in der Diaspora bleibt von Mig- ration geprägt. Nach 1945 kehren jüdische Remigrant:innen in die DDR zurück, in den 1950er Jahren verlassen viele von ihnen die DDR angesichts des antisemitischen Verfolgungs- drucks wieder. Die heute in Deutschland lebenden Jüdin- nen:Juden stammen überwiegend aus den Ländern der ehe- maligen Sowjetunion. Die Ausstellung des Instituts für Neue Soziale Plastik mit einem ortsspezifischen Werk von Anna Schapiro in Halle 1 widmet sich forschend und künstlerisch jüdischen Migrationsgeschichten und der darin gespiegelten Widerständigkeit.

Erinnerungslandschaft Messingwerk Halle 1, Altenhofer Straße 53, 16227 Eberswalde

12:00-
16:00

MO, 16.10.23 | PODEWIL‘SCHES PALAIS

Einlass & Ausstellungsbeginn mit Arbeiten von Michal Fuchs, Boaz Kaizman, Daniel Laufer und Leonard Schmidt-Dominé

14:00

Israelbezogener Antisemitismus und BDS als Herausforderungfür Kulturinstitutionen
Workshop mit Mitarbeiter:innen des Bundesverbands RIAS, der Verwaltungen der Städte Köln und München, Katja Lucker (Musicboard Berlin, Pop-Kultur Festival) und Jan Ehlen (Makroscope, Mülheim) über israelbezogenen Antisemitismus und BDS als Herausforderung für Kulturinstitutionen. Der Workshop richtet sich an Künstler:innen sowie Mitarbeiter:innen von Kulturinstitutionen und -verwaltungen.

BDS Aktivist:innen sind von der Teilnahme am Workshop ausgeschlossen.
Teilnahme nur mit vorheriger Anmeldung unter: info@neue-soziale-plastik.org

14:30

Artist Talk mit Ausstellungsführung und anschließender Pause

16:30

Antisemitismus im Kulturbetrieb
Mit einem Input von Stella Leder (Institut für Neue Soziale Plastik) zu kulturpolitschen Empfehlungen und Marina Chernivsky (Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der ZWST) zur Frage: Was bedeutet struktureller Antisemitismus (im Kulturbetrieb)? 

17:30

Antisemitismus im Kulturbetrieb
Panel mit Marina Chernivsky, Stella Leder, Erhard Grundl (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Helge Lindh (MdB, SPD) und Annette Widmann-Mauz (MdB, CDU)
Moderation: Shahrzad Eden Osterer

17:15

Pause mit vegetarischem Catering zu kleinen Preisen. Gäste, die eine koschere Verpflegung wünschen, melden sich bitte bis zum 01.10.2023 per E-Mail: info@neue-soziale-plastik.org. Parallel wird die Ausstellung begehbar sein.

19:00

Die Friedensstifterin - Gastspiel des Staatstheaters Kassel
Die Husumerin Alice, genannt Ali, ist gemeinsam mit ihrem Streicherensemble auf Einladung eines deutschen Kulturinstituts auf Gastspielreise in Gaza, am nächsten Tag soll ihr großes Konzert sein. Ali ist überzeugt, dass Kunst und Kultur Menschen zusammenbringen und Konflikte befrieden können. Doch als der israelisch-palästinensische Konflikt plötzlich hautnah erlebbar wird und Luftangriffe auf Gaza geflogen werden, flieht das Ensemble Hals über Kopf nach Deutschland – und lässt Ali zurück. Statt zu verzweifeln, versucht es Ali auf eigene Faust: Sie will spielen, für den Frieden, für die Menschen. Dafür unternimmt sie alles: Sie trifft auf einen jungen palästinensischen Mann, den Assistenten eines palästinensischen Kulturinstituts mit Hang zum Philosophen Johann Gottlieb Fichte, einen jungen israelischen Soldaten, eine Krankenschwester, die ihre eigene Schwester im Krieg verloren hat, einen israelischen Ehrenpräsidenten. Und schließlich gerät sie dabei zwischen die Fronten: Was ist falsch, was richtig in diesem Konflikt, der in jede Biografie eingeschrieben ist und in dem alle glauben, das Recht auf ihrer Seite zu haben? Und so ist Ali plötzlich mittendrin im Nahostkonflikt, bei dem sie doch vorab so sicher war, dass er durch ihr Cellospiel befriedet werden könnte.

Von Avishai Milstein | Regie Josua Rösing | Mit Marius Bistritzky, Johann Jürgens, Annett Kruschke, Emilia Reichenbach, Jonathan Stolze, Sarah Waldner

 

"Reclaim Kunstfreiheit" ist eine Veranstaltung des Instituts für Neue Soziale Plastik in Kooperation mit der Volksbühne am Rosa- Luxemburg-Platz, Kulturprojekte Berlin, Hans Otto Theater Potsdam und dem Staatstheater Kassel. 

20:00

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