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AKTUELLES

ID Festival x Institut für Neue Soziale Plastik

Der 7. Oktober 2023, die Terror-Invasion der Hamas in Israel, erschütterte die jüdische Welt zutiefst. Seitdem ist schwer vorhersehbar, was die “Situation” am nächsten Tag bringen wird. Die Veranstaltungsreihe writingSITUATIONs (deutscher Titel: Schreiben über 'die Situation') bietet einen Raum für diese Unvorhersehbarkeit. Jüdische Autor:innen aus Israel und der Diaspora werden kontinuierlich neue literarische Texte verfassen, die sich mit den Realitäten nach dem 7. Oktober 2023 auseinandersetzen. Von Ort zu Ort werden neue Texte in Form einer szenischen Lesung präsentiert. Zu den teilnehmenden Autor:innen gehören Lena Gorelik, Julya Rabinowich, Hadar Galron, Avishai Milstein, Roy Chen und anderen. Für das ID Festival wird unter anderem die Schauspielerin Anabel Möbius drei oder vier der neu geschriebenen Texte vortragen, begleitet wird sie von Projektionen israelischer Kunst, die nach dem Massaker entstanden ist. Weitere Informationen hier. Eintritt frei

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SCHREIBEN ÜBER 'DIE SITUATION' #2

Am 7. Oktober 2023 wurden mit der Terror-Invasion der Hamas in Israel die schlimmsten Alpträume der jüdischen Welt Wirklichkeit. Durch den folgenden Krieg in Israel und Gaza & die zunehmend antisemitische Öffentlichkeit in der Diaspora ist nicht absehbar, was die Zukunft bringt, nur eines scheint klar zu sein: Jetzt geht es um alles. Im Projekt „Schreiben über ‚Die Situation‘“ des Instituts für Neue Soziale Plastik schreiben die israelischen und diasporischen Dramatiker*innen und Schriftsteller*innen Lena Gorelik, Julya Rabinowich, Hadar Galron, Avishai Milstein, Roy Chen und Maya Arad Yasur zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024 kontinuierlich neue, literarische Texte über eine von Ungewissheit und Schmerz geprägte Gegenwart. Präsentiert werden diese Texte etwa alle zwei Monate im Rahmen einer Lesung. Die Lesung am 08.04. ist bereits die dritte: Auch diesmal werden Schauspieler*innen des Esembles die Texte vortragen. Gerahmt wird die Lesung durch Projektionen israelischer Kunst, die nach dem Massaker entstanden ist. Moderation: Dr. Rachel Salamander. Weitere Informationen und Tickets hier

LIVE-NETZWERKTREFFEN MÜNCHEN

Der Bedarf an einem starken Netzwerk für Künstler:innen, Kreativ- und Kulturarbeitende, die sowohl künstlerische Strategien gegen Antisemitismus im Kulturbetrieb entwickeln, als auch als Ganzes einen Pool an antisemitismuskritischen Kulturarbeitenden bilden und damit aufzeigen, dass Antisemitismus kein Konsens innerhalb des Kulturbetriebs ist, besteht auch weiterhin.

Unter dem Titel #reclaimkunstfreiheit haben wir bereits in NRW und Berlin erfolgreiche Netzwerktreffen realisiert, die einen geschützten Raum boten, in dem über Antisemitismus, Kunst und Kultur und mögliche Handlungsbedarfe diskutiert wurde. Nun möchten wir unser Netzwerk auch in Bayern stärken.

Das INSTITUT FÜR NEUE SOZIALE PLASTIK lädt daher am 7. April, von 16:00-18:00 Uhr in München zu einem Vernetzungstreffen, ein. Der genaue Veranstaltungsort, nahe der Ludwigsbrücke, wird in der Bestätigungsmail bekannt gegeben. Anmeldung unter: reclaim@neue-soziale-plastik.org

Auch das INSTITUT FÜR NEUE SOZIALE PLASTIK hat die unterschiedlichen Debatten in München in den vergangenen Wochen und Monaten beobachtet: Von „Vögel“ am Metropoltheater über die Vorfälle, die sich im Februar an der AdBK (Akademie der Bildenen Künste München) zugetragen haben. Dies folgte auf Entwicklungen wie der Initiative GG 5.3. Weltoffenheit, die die antiisraelische BDS-Bewegung normalisierte und ein Meinungsbild in der Kunst- und Kulturszene prägte, das jüdische und antisemitismuskritische Kreative zunehmend ausschloss. Seit dem 7. Oktober hat sich diese Situation dramatisch verschärft. Die Räume für jüdische und antisemitismuskritische Menschen im Kunst- und Kulturbetrieb haben sich weiter stark verengt.

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PURIM BALL X HOUSE OF DIASPORA

Dass sich marginalisierte Gruppen in familiären Netzwerken organisieren, ist keine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Jüdinnen und Juden schaffen seit ihrem Auszug aus der Sklaverei in Ägypten, seit dem Leben in der Diaspora, Orte des Zusammenhalts. Nicht zuletzt, um das Überleben zu sichern, welches immer wieder kurz vor der Vernichtung stand. So auch im Jahr 245 n. Chr., als Königin Esther und ihre Mitstreiterin Vasti die persische Diaspora vor der Auslöschung bewahrten und zu den ersten feministischen Rolemodels der jüdischen Geschichte wurden.
Heute, im jüdischen Jahr 5784, feiern wir die Geschichte Esthers und Purim (das Los), das geworfen wurde und die jüdische
Diaspora rettete. Während dieses Feiertages wird die Megillat Esther (Buch Esther) gelesen und in manchen Synagogen wird die Geschichte als dramatisches Purimsphil auf der Bühne inszeniert. Aber nicht nur auf der Bühne wird sich verkleidet, auch die Gäste kommen an Purim kostümiert und werden während des Abends Teil der Erzählungen.
In Anlehnung an die Ballhouse Culture, in der auch progressive Jüdinnen und Juden Zuflucht fanden, zeigt das Institut für Neue Soziale Plastik in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen ein zeitgenössisches Purimsphil, bei dem diasporisch utopische Parallelwelten und Allianzen im Vordergrund stehen. In einer Ballroom Performance liefern sich jüdische und nicht jüdische Tänzer*innen und Ensemblemitglieder der Münchner Kammerspiele ein Battle. Parallel wird die Megillah Esther gelesen und alle werden Mitglieder des House of Diaspora, um danach bis in die Nacht zu feiern. Mehr Informationen und Ticke
ts hier.

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Am Mittwoch, den 24.01., macht die neue Veranstaltungsreihe „Schreiben über ‚die Situation‘: Neue Texte über Krieg und Antisemitismus“ des Instituts für Neue Soziale Plastik ihren Auftakt in den Münchner Kammerspielen. Los geht es um 20:00 Uhr.

Am 7. Oktober 2023 wurden mit der Terror-Invasion der Hamas in Israel die schlimmsten Alpträume der jüdischen Welt Wirklichkeit. Durch den folgenden Krieg in Israel und Gaza & die zunehmend antisemitische Öffentlichkeit in der Diaspora ist nicht absehbar, was die Zukunft bringt, nur eines scheint klar zu sein: Jetzt geht es um alles. Im Projekt „Schreiben über ‚Die Situation‘“ des Instituts für Neue Soziale Plastik schreiben israelische und diasporische Dramatiker:innen und Schriftsteller:innen Lena Gorelik, Julya Rabinowich, Hadar Galron, Avishai Milstein, Roy Chen und Maya Arad Yasur zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024 kontinuierlich neue, literarische Texte über eine von Ungewissheit und Schmerz geprägte Gegenwart. Etwa alle zwei Monate findet eine Lesung der Texte mit Schauspieler:innen statt. Am 24.01. tragen die Schauspieler:innen des Ensembles der Münchner Kammerspiele erstmalig die neu entstandenen Texte vor. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Avishai Milstein und Lena Gorelik statt. Gerahmt wird die Lesung durch Projektionen israelischer Kunst, die nach dem Massaker entstanden ist. Idee und Konzept: Stella Leder. Übersetzungen: Matthias Naumann. Moderation: Dr. Rachel Salamander. 

Die Veranstaltung wird unterstützt durch den Bundesbeauftragten für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, und durch die Botschaft des Staates Israel in Deutschland. Tickets gibt es hier.

JÜDISCHE OSSIS UND DIE KRISEN DER GEGENWART

Ein Mini-Festival mit Lesungen, Gesprächen und Musik

16.-17. März im HANS OTTO THEATER

Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam

 

1953 flohen etwa 500 Jüdinnen und Juden aus der DDR. 70 Jahre später, 2023, öffnete die erste Ausgabe des Mini-Festivals „Jüdische Ossis“ im Hans Otto Theater einen Raum, der neue Perspektiven auf die gewohnten Debatten über die DDR und Ostdeutschland bot. Durch die Beschäftigung mit jüdischen Remigrant*innen in der DDR und ihren Nachkommen hören wir jene Stimmen, die besonderen Einfluss auf Kultur und Kunst der DDR hatten – und dennoch ihre Außenseiter blieben. 2024 widmet sich das Festival den Krisen der Gegenwart: Das Massaker vom 7. Oktober stürzt nicht nur die israelische Gesellschaft, sondern auch die Diaspora in die Krise. Die Eruption antisemitischer Gewalt in der Folge des Massakers macht die Frage, ob man in Deutschland leben kann, so virulent wie seit der Nachkriegszeit nicht mehr. Auch die bevorstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland werfen bedrohliche Schatten voraus: Umfragen zeigen, dass rund ein Drittel der Ostdeutschen beabsichtigt, die AfD zu wählen. Gleichzeitig ist kein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine in Sicht. Und die Aufmerksamkeit dafür schwindet zunehmend. „Jüdischen Ossis“ widmet sich diesen Krisen und befragt sie nach historischen Kontinuitäten. Tickets über die Homepage des HANS OTTO THEATERS.

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Die Entwicklungen, die sich seit dem 7. Oktober im Kunst- und Kulturbetrieb zeigen, machen sich auch an den Kunsthochschulen und Universitäten bemerkbar: Auch dort wird Antisemitismus verharmlost, die Shoa relativiert, Terrorismus verherrlicht und ästhetisiert.

 

Für jüdische und/oder antisemitismuskritische Kunststudierende sind Hochschulen und Unis längst keine sicheren Orte mehr. Zudem werden Personen, die diese Problematik ansprechen, diffamiert, eingeschüchtert und teils bedroht.

Seit Wochen erreichen uns verstärkt Nachrichten von Kunststudierenden, die aus Angst ihren Vorlesungen und Seminaren fernbleiben. Sie suchen Rat, Hilfe, Austausch. Anlässlich dessen veranstalten wir am 12.12. um 19:00 Uhr ein digitales Netzwerktreffen, das sich speziell an Kunststudierende richtet. Alle, die betroffen sind und Gesprächsbedarf haben, sind herzlich eingeladen. Anmeldung via: reclaim@neue-soziale-plastik.org

Open Call für Künstler:innen aller Disziplinen
 

Während einige Leute #needtotalk und andere #stillneedtotalk, sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass wir #stillneedtomakesomeart. Nach den egozentrischen Diskussionen über „Zensur“ und Viktimisierung, insbesondere nach dem 7. Oktober, ist es an der Zeit, Widerstand durch Kunst gegen jede Form des Antisemitismus zum Ausdruck zu bringen. Es ist unerlässlich, den fortlaufenden Diskurs des ‚Seine Meinung nicht sagen Dürfens‘ herauszufordern — der eine Verdrehung der Wahrheit darstellt — und die wahre künstlerische Freiheit zu verteidigen.

Die Initiative #stillneedtomakesomeart ist eine Kooperation zwischen dem israelischen Künstler Boaz Kaizman und dem Institut für Neue Soziale Plastik. Sie ruft Künstler:innen aus allen Disziplinen auf, ihre Unterstützung in einer digitalen Galerie zum Ausdruck zu bringen. #stillneedtomakesomeartist kein offener Brief zum Unterzeichnen. Hier ersetzt Kunst die Unterschrift. Denn Kunst kann und muss ihre Klarheit trotz verzerrter Perspektiven bewahren.

#stillneedtomakesomeart zeigt, dass sich nicht alle Künstler:innen vom israelisch-palästinensischen Konflikt einnehmen lassen und hebt Arbeiten hervor, die frei sind von Antisemitismus oder voreingenommenen Darstellungen Israels.

You #stillneedtotalk?
We #stillneedtomakesomeart!

Schicke uns Deine Arbeit in digitalem Format – egal zu welchem Thema, wann auch immer er- stellt, in welcher Form auch immer! Es ist ein Statement, gesetzt durch die Kunst. Die Galerie wird ab Anfang Dezember auf unserem Instagram Account und unter dringlicherappell.boazkaizman.de/letsTalk/index.html online gehen. Einsendungen an: info@neue-soziale-plastik.org

 

Seit dem 7.10.23 ist für Jüdinnen und Juden in Israel, aber auch für die jüdische Diaspora nichts mehr, wie es war. Da ist die Angst vor pogromartigen Stimmungen in der Diaspora, zugleich wurde die Vorstellung vom sicheren jüdischen Heimathafen erschüttert. Nach dem größten Massenmord an Jüdinnen und Juden seit der Shoah fragen wir uns: Wo sind wir zu Hause? Wo sind wir sicher? Diese Fragen waren auch vor 85 Jahren jüdische Lebensrealität. Und so mögen wir zwar keine Antworten haben, aber wir haben eine Geschichte, die wir erzählen möchten. Eine Geschichte der Hoffnung und von jüdischer Widerständigkeit.

Vor 100 Jahren befanden sich in Messingwerk (Brandenburg) die „Hirsch Kupfer- und Messingwerke“. Anfang der 1930er-Jahre holten die Besitzer den Architekten Walter Gropius dazu: Mit seinen Ideen wurden Prototypen industriell gefertigter Häuser hergestellt. Sie waren unkompliziert im Transport und hießen Haus Jerusalem, Haifa, Tel Aviv oder Jaffa. Die Familie Hirsch unterstützte die Ziele der zionistischen Bewegung: Wer nach Palästina auswandern wollte, konnte sein Haus einfach mitnehmen!

 

Gemeinsam mit dem Illustrator Eric Reh arbeiten wir an einem Kinderbuch über die Geschichte dieser Häuser. Wie kommt ein Haus von Messingwerk nach Israel? Wie soll das gehen? Was nehmen wir sonst noch mit? In dieser Box finden Sie erste Bilder aus dem Buch. Mit Ihrer Spende werden wir schon bald das ganze Buch drucken können.

 

Die Box mit 11 Postkarten ist gegen eine Spende an das gemeinnützige Institut für Neue Soziale Plastik erhältlich. Spenden erfolgen über unser Spendenformular. Je nach Einkommen empfehlen wir einen Betrag zwischen 20 und 50 EUR. Spendenquittungen werden über das Spendenformular automatisch verschickt. Nach Eingang der Spende nehmen wir Kontakt mit Ihnen auf und versenden die Bestellungen schnellstmöglich.

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Die Filmemacherin Róza Berger-Fiedler entwickelte in ihrem Film „Erinnern heißt Leben“, den sie 1987 im Auftrag des Magistrats Berlin, Hauptstadt der DDR und mit Unterstützung der Jüdischen Gemeinde Ostberlins drehte, eine eigene und eigenwillige Sprache der (jüdischen) Erinnerung. Ihre essayistische Dokumentation setzt dem abstrakten staatlichen Gedenken eine subjektive Erzähl- und Bildsprache entgegen, in der individuelles und historisches Erinnern mit lebendiger Gegenwart in Bezug gesetzt wird. Persönliche Spurensuche verknüpft die Filmemacherin mit der jahrhundertealten jüdischen Geschichte Berlins sowie mit Aufnahmen von Chanukka-Feiern der Ostberliner Jüdischen Gemeinde. Der Film hatte im Januar 1988 in Ostberlin Premiere und wurde im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zu 50 Jahren „Faschistischer Pogromnacht“ erstmals im DDR- Fernsehen ausgestrahlt. Im Anschluss an die Vorführung sprach Dr. Ulrike Schneider mit Róza Berger-Fiedler über ihre Filme, den Umgang mit Erinnerung und die Entstehungsgeschichte von „Erinnern heißt Leben“.

Eine Veranstaltung des jüdischen kulturklubs ostberlin in Kooperation mit dem Museum Lichtenberg und André Wartmann, Antisemitismusbeauftragter des Bezirks Lichtenberg. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2023 statt.

Wir blicken auf eine produktive, erkenntnisreiche, aber auch emotional erschöpfende Woche zurück. Reclaim Kunstfreiheit hat in einer Zeit stattgefunden, die politisch aufgeladener nicht hätte sein können.

Unser Netzwerk wächst, aber nicht nur aus Solidarität. Unser Netzwerk wächst auch, weil sich für viele antisemitismuskritische/jüdische Kulturarbeitende immer mehr Türen verschließen. Wir sind entsetzt mit Blick auf unser Arbeitsumfeld, den Kunst- und Kulturbetrieb. Was wir seit dem terroristischen Angriff der Hamas auf Israel beobachten, ist eine beispiellose Empathielosigkeit gegenüber Jüdinnen und Juden, eine ohrenbetäubende Stille oder schwammige Statements, die weder die terroristische Gewalt der Hamas noch die jüdischen Opfer benennen. Damit aber nicht genug: Es gibt auch Kulturarbeitende, die die Terrorangriffe der Hamas als Widerstand relativieren oder Videos von jubelnden Menschen in Berlin-Neukölln mit einem „Like“ markieren. Jede Form des Antisemitismus führt potenziell zu realer Gewalt.

An dieser Stelle fragen wir euch: Was habt ihr in den vergangenen Tagen auf Social Media oder anderswo im Kontext Kunst- und Kultur beobachtet? Welches Schweigen war besonders laut? Der Kampf gegen Antisemitismus im Kulturbetrieb kann nur gelingen, wenn er kein Mythos bleibt und wir über die vielen „Einzelfälle“ sprechen. Im Zuge der Ereignisse haben wir ein digitales Akut-Netzwerktreffen geplant: Am Sonntag, dem 29.10. ab 20:00 Uhr. Alle, die Betroffen sind und Gesprächsbedarf haben, sind eingeladen. Nach Anmeldung über reclaim@neue-soziale-plastik.org erhaltet ihr einen Zoom Link. Das Treffen wird, wie sonst auch, ein Safe Space! sein!

Wie immer gilt: Teilt diesen Aufruf an vertrauenswürdige Kolleg:innen, Freunde, Kulturarbeitende.

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DISKUSSIONSVERANSTALTUNG des @kgi_theaterkollektiv mit Stella Leder und Tom Uhlig.

Kunst und Konformismus - Antisemitismus in Kunst und Theater

Antisemitismus in Kunst und Kultur ist keineswegs eine isolierte Erscheinung. In verschiedenen Bereichen tauchen immer wieder antisemitische Vorfälle auf. Die Geschehnisse im Rahmen der documenta fifteen sind lediglich ein Beispiel von vielen.

Die Gruppe KGI organisiert nun eine Reihe von Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Mülheim, die einen direkten Bezug zur NS Vergangenheit haben um den anhaltenden Antisemitismus in Kunst, Kultur und Gesellschaft vor Ort auf den Grund zu gehen. Am 21.09. findet die erste Diskussionsveranstaltung in der vier.zentrale statt, in der die zunehmende Enttabuisierung und Enthemmung von Antisemitismus im Theater- und Kunstbereich in den Fokus genommen werden.

Wir sehen uns am 21.09. Um 19Uhr in der vier.ruhr, Mülheim.

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Literaturzelt am Bebelplatz - Freier Eintritt Lesungen deutsch-jüdischer und international

Literaturzelt am Bebelplatz - Freier Eintritt

Lesung Stella Leder im Rahmen der Jüdischen Kulturtage 2023 am 08. Sept., 16:00 – 16:45

Die nationalsozialistische Vergangenheit vieler Kulturinstitutionen blieb nach 1945 weitgehend verdrängt, dasselbe gilt für personelle und ideologische Kontinuitäten in der Kunst. In der DDR legitimierte die Selbstsicht   als antifaschistischen Staat  aggressiven Antizionismus. Trotzdem scheint Antisemitismus in Kunst und Kultur kein Thema zu sein – außer, wenn es um die Zurückweisung sogenannter „Antisemitismusvorwürfe“ geht. Wie aber steht es um Antisemitismus in heutigen künstlerischen und kulturellen Kontexten? In wissenschaftlichen, journalistischen und künstlerischen Texten widmen sich die Autor:innen des Bandes dem Themenfeld Antisemitismus in Kunst und Kultur sowie den Leerstellen in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in diesem Feld. Literarische Texte geben einen Einblick in die Alltäglichkeit von Antisemitismus, hinterfragen die Erinnerungskultur und verdeutlichen das große Potenzial künstlerischer Zugänge zu diesen Themen. Mit Beiträgen von Ronen Steinke, Dmitrij Kapitelman, Mirna Funk, Ben Salomo, Lena Gorelik, Samuel Salzborn, Max Czollek, Ali Tonguç Ertuğrul, Sabri Deniz Martin, Vojin Saša Vukadinović, Aram Lintzel, Sharon Adler, Debora Antmann, Leo Fischer, Julia Weinreich, Lars Fischer, Benno Plassmann, Katharina Stengel, Jyl Brandler, Bettina Leder, Ramona Ambs, Matthias Naumann, Rebecca Ajnwojner, Martín Valdés-Stauber, Türkân Kanbiçak, Manfred Levy, Mirjam Wenzel, Tahera Ameer, Julya Rabinowich, Tania Martini, Philipp Peyman Engel

 

Moderation: Nora Pester

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SAVE THE DATE!
Das INSTITUT FÜR NEUE SOZIALE PLASTIK lädt zum künstlerischen Kongress „Reclaim Kunstfreiheit. Antisemitismuskritik, Kunst und Kultur" vom 10. bis zum 16. Oktober 2023 in Berlin.
Der Kongress rückt künstlerische Positionen zu Antisemitismus in den Fokus und lässt antisemitismuskritische bzw. von Antisemitismus betroffene Künstler:innen und Kulturarbeitende zu Wort kommen. Auf Panels und in einem Workshop werden Handlungsbedarfe sowie politische, zivilgesellschaftliche und künstlerische Strategien gegen Antisemitismus im Kulturbetrieb diskutiert. Begleitet wird dies von einem künstlerischen Rahmenprogramm bestehend aus Ausstellung, Theaterinszenierungen, Lecture Performances und Artist Talks.

"Reclaim Kunstfreiheit" ist eine Veranstaltung des Instituts für Neue Soziale Plastik in Kooperation mit der Volksbühne am Rosa- Luxemburg-Platz, Kulturprojekte Berlin, Hans Otto Theater Potsdam und dem Staatstheater Kassel. 

ZUM PROGRAMM HIER KLICKEN >>

Am authentisch-historischen Ort der ersten Hachschara* des Deutschen Reichs in Messingwerk baut das Institut für Neue Soziale Plastik einen jüdischen Kulturort der Erinnerung. Die Villa Hirsch mit ihrem historischen Garten ist der zentrale Ort Messingwerks. Der nördliche Gartenteil bis hin zum Finower Wasserturm ist versehen mit Obstbäumen und Hochbeeten – in Anlehnung an einen Kibbuatz-Garten. Der Begriff „Kibbuz-Garten“ verweist sowohl auf die jüdische Geschichte Messingwerks als auch in die Zukunft: Historisch ist Messingwerk einer der Anfangsorte der zionistisch-chaluzischen Bewegung in Deutschland, die wichtige Impulse zur Geschichte der praktischen Umsetzung der Kibbuz-Idee geleistet hat.
Beispielhaft ist dafür der Lebensweg von Salom Weinberg, der seine berufliche Tätigkeit als gärtnerischer Leiter in Messinwerkwerb begann. In Kooperation mit dem Verein Niemand wird vergessen wollen wir, im Rahmen einer Gartenaktion, den Weg von der Villa Hirsch hin zum Wasserturm ebnen – um so den Garten für Besucher:innen erlebbar zu machen. Wir freuen uns über helfende Hände. Getränke und Snacks werden gestellt. Nach einer erfolgreichen Gartenaktion laden wir im vorderen Teil des Gartens der Villa Hirsch zu einem Open-Air Kino ein. Gezeigt wird in unserem Kurzfilmprogramm u.a. der Film Masel Tov Cocktail. Natürlich sind alle willkommen nur an einem der beiden Programmpunkte teilzunehmen. Gartenwerkzeuge sind vor Ort vorhanden. Das Open-Air Screening ist bestuhlt und der Eintritt ist kostenlos. Die Getränke an der Bar gibt es gegen eine Spende.  

 
Garten der Villa Hirsch, Erich-Steinfurth-Straße 12, 16227 Eberswalde.
 
*Die Haschara-Bewegung bereitete Jüdinnen:Juden auf ihre Alija nach Eretz Israel vor und rettete nach 1933 tausenden Menschen das Leben.

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Am 21.05. fand das zweite Live-Netzwerktreffen im Berlin-Mitte statt. Mit knapp 25 Künstler:innen und Kulturarbeitenden und einem abschließenden Barabend, können wir auf ein intensives und sehr produktives Treffen blicken. Mit diesem Ausblick wollen wir nun die Möglichkeit nutzen, euch zu unserem nächsten Netzwerktreffen einzuladen, um inhaltlich weiter die Bedarfe antisemitismuskritischer/jüdischer Künstler:innen und Kulturarbeitenden zu besprechen.
3. Online Netzwerktreffen am Montag, den 10. Juli, von 20:00-21:30.
Der Zoom Link wird am Freitag vor dem Treffen verschickt.

Wer Teil des Netzwerks werden möchte, kann sich mit kurzem Text zur Person unter: reclaim@neue-soziale-plastik.org anmelden.

 

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Seit September 2022 beherbergt eine der ehemaligen Industriehallen der Hirsch, Kupfer- und Messingwerke bei Eberswalde eine Ausstellung zu 100 Jahren jüdischer Migrationsgeschichte in Brandenburg. Sehr herzlich laden wir ein, uns während unserer Öffnungszeiten zu besuchen.

Chasak! Jüdische Kulturwerkstatt Brandenburg ist geöffnet am:
04. Juni 2023 von 12 bis 16 Uhr
02. Juli 2023 von 12 bis 16 Uhr
06. August 2023 von 12 bis 16 Uhr

Neben der bekannten Kupferhaussiedlung befand sich in Messingwerk wohl die erste Hachschara im Deutschen Reich. Ungefähr 100 Jahre nach Entstehung der ersten Hachschara blicken wir auf ein Jahrhundert jüdischer Flucht, Migration und Remigration zurück. Seit der Shoa bietet der jüdische Staat Israel Jüdinnen:Juden eine sichere Existenz. Gleichzeitig bleibt das Leben in der Diaspora von Migration geprägt. Die heute in Deutschland lebenden Jüdinnen:Juden kommen zum überwiegenden Teil aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, viele von ihnen aus der Ukraine. Ihre Geschichte zeigt – ebenso wie die Geschichte der Hachschara-Bewegung oder der Remigrant:innen in der DDR – dass Migration kein passiver Prozess ist, sondern in verschiedener Weise ein Akt der Selbstbehauptung sein kann. 

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Zum 40. Todestag Anna Seghers´ lädt der Jüdische Kulturklub Ostberlin herzlich zu einer Lesung aus ihrem Werk ein.
Präsentiert wird die eher unbekannte Erzählung „Post ins Gelobte Land“, die in knapper Form von einer jüdischen Familie zwischen Pogrom, Assimilation, Flucht, Verfolgung und Exil erzählt. Im Zentrum des Textes steht die Idee eines jüdischen Staates in Palästina. Das Gelobte Land ist Sehnsuchtsort sowohl aus politischer zionistischer Perspektive, als auch aus religiöser. Die Erzählung entstand 1944 im mexikanischen Exil, auf dem Höhepunkt der Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden – aber publiziert wurde sie 1947, dem Jahr, in dem Seghers nach Berlin zurückkehrte.
Anna Seghers, 1900 in Mainz in eine strenggläubige jüdische Familie geboren, ist wohl eine der bekanntesten Autorinnen der DDR. Ihr Werk ist vielfach besprochen und erforscht worden – ihre jüdische Herkunft stand dabei jedoch meist weniger im Zentrum. Seghers selbst hat sich vom Judentum ihrer Eltern früh abgewandt und ist der KPD beigetreten. Zeit ihres Lebens trat sie in erster Linie als Kommunistin auf.im Zentrum ihres Werks standen Widerstand und Verfolgung aus kommunistischer Perspektive. Damit entspricht ihr Schreiben ganz der DDR-Linie. „Post ins Gelobte Land“ ist vor diesem Hintergrund ungewöhnlich und bietet einen Ausgangspunkt für einen Austausch über jüdische Perspektiven in der DDR und auf die DDR.

Beginn: 18.30 Uhr
Dauer: ca. 1 Stunde, im Anschluss Möglichkeit für Fragen und Gespräch (Ende 20:30 Uhr).Gelesen von: Benno Plassmann, Institut für Neue Soziale Plastik
Veranstaltung des Instituts für Neue Soziale Plastik (Berlin) e.V.,
In Kooperation mit: André Wartmann, Antisemitismusbeauftragter
Gefördert aus Mitteln der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung –
Gegen Diskriminierung (LADS) der Senatsverwaltung für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung                             

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Reclaim Kunstfreiheit - Vernetzungstreffen jüdischer und antisemitismuskritischer Künstler*innen

Ein Projekt des Institut für Neue Soziale Plastik

Das Projekt Reclaim Kunstfreiheit thematisiert Antisemitismus im Kulturbetrieb aus der Sicht antisemitismuskritischer Künstler:innen. Während Vernetzungstreffen in Potsdam, Mülheim (Ruhr), München, Frankfurt/M., Berlin und Hamburg sammeln wir Erfahrungen und Bedarfe, tauschen uns aus zu Antisemitismus in Kunst & Kultur, beschreiben Handlungsbedarfe und entwickeln mögliche zivilgesellschaftliche, politische und künstlerische Strategien. Diese werden wir auf einem künstlerischen Kongress an der Volksbühne Berlin im Oktober 2023 öffentlich vorstellen.

Voranmeldung bitte an: reclaim@neue-soziale-plastik.org

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Öffentlich war bisher kaum Kritik von Personen zu vernehmen, die selbst in Theatern arbeiten oder dem Kulturbetrieb angehören. Die Dringlichkeit, sich mit Antisemitismus im Theater auseinanderzusetzen, liegt auf der Hand. Das Panel wird vom Institut für Neue Soziale Plastik mit dem Ziel kuratiert, die bestehenden Herausforderungen aus Sicht antisemitismuskritischer Theaterpraktiker*innen zu diskutieren.

Referent*innen: Matthias Naumann (Futur II Konjunktiv sowie Neofelis Verlag), Benno Plassmann, Mia Alvizuri Sommerfeld und Tina Turnheim (alle Institut für Neue Soziale Plastik e.V.)
Moderation: Stella Leder (Institut für Neue Soziale Plastik e.V.)

Panel III: Abschlussdiskussion. Mit: Dr. Andreas Görgen Amtschef beim BKM (der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien), Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat), Katja Lucker (Musicboard Berlin GmbH) und Stella Leder (Institut für Neue Soziale Plastik e.V.)

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Am 9. Mai findet in der Kölner Lanxess-Arena ein Konzert des britischen Musikers Roger Waters statt. Seit Jahren tritt dieser öffentlich als Anhänger der Israel-Boykott-Bewegung (BDS) auf. Mehrfach hat er dabei die Grenze zum Antisemitismus überschritten, so ließ er bei Konzerten einen Ballon in Form eines Schweines mit einem Davidstern versehen aufsteigen – ein Beispiel neben vielen. Verschiedene zivilgesellschaftliche Kölner Organisationen haben eine Absage der Veranstaltung gefordert. Auch viele Fraktionen im Kölner Stadtrat und die Synagogen-Gemeinde Köln haben sich gegen das Konzert ausgesprochen. Der Veranstalter hält jedoch trotz des öffentlichen Protests an Waters’ Auftritt fest.

Antisemitismus in Kunst und Kultur? Keineswegs handelt es sich hierbei um einen Einzelfall. Auch in anderen Bereichen kommt es immer wieder zu antisemitischen Vorfällen. Die Ereignisse um die documenta fifteen 2022 sind dabei nur ein Beispiel neben anderen.

Mit einer öffentlichen Veranstaltung bezieht die Stadt Köln am 8. Mai 2023 Stellung gegen Antisemitismus. Der Fokus liegt hierbei auf Antisemitismus in Kunst und Kultur, auf den rechtlichen Hürden, die einfache Absagen verhindern, und letztlich wird auch der Frage nachgegangen, wie weit Kunstfreiheit gehen darf und wo rote Linien überschritten werden.

Zu einem Impulsvortrag mit anschließender Podiumsdiskussion sind Sie herzlich eingeladen.

Grußwort: Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

Impulsvortrag: Stella Leder, Institut für Neue Soziale Plastik, Potsdam/Berlin

Podiumsdiskussion:
Stefan Charles, Beigeordneter für Kunst und Kultur der Stadt Köln
Abraham Lehrer, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln und Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland
Stella Leder, Institut für Neue Soziale Plastik, Potsdam/Berlin

Eine Veranstaltung der Stadt Köln, organisiert vom NS-DOK.

Für: Alle | Von: NS-Dokumentationszentrum, Stadt Köln | Treffpunkt: Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums | Teilnahme: kostenlos

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Antisemitismus in Kunst und Kultur? Keineswegs handelt es sich hierbei um einen Einzelfall. Auch in anderen Bereichen kommt es immer wieder zu antisemitischen Vorfällen. Die Ereignisse um die documenta fifteen 2022 sind dabei nur ein Beispiel neben anderen.
Für Mitarbeitende der Stadtverwaltung, aber auch für die freie Kulturszene stellt sich die Frage, wie mit antisemitischen Äußerungen von Musiker*innen, Künstler*innen oder mit antisemitischen Manifestationen in der Kunst umgegangen werden kann. Welche Spielräume und Handlungsmöglichkeiten bestehen? Wie weit gehen Kunst- und Meinungsfreiheit, wo werden rote Linien überschritten?
Diese und andere Fragen möchten Mitarbeitende des NS-DOK in einem Workshop mit Ihnen diskutieren. Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter*innen der Stadt Köln und von städtisch geförderten kulturellen Einrichtungen, die mit der Organisation von Kunst- und Kulturveranstaltungen befasst sind.
Geleitet wird der Workshop von Benno Plassmann, Geschäftsführer des Instituts für Neue Soziale Plastik, Potsdam/Berlin (https://www.neue-soziale-plastik.org). Er ist Theaterregisseur und vormaliger Leiter der Geschäftsstelle des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung. Seit Ende der 1990er Jahre arbeitet er international in der freien Theaterszene. Seit 2020 leitet er das Bundesmodellprojekt Chasak!, bei dem es zentral um die Verschränkung künstlerischer Produktion, partizipativer Prozesse und der Arbeit gegen Antisemitismus geht. Für das Institut für Neue Soziale Plastik hat seine Kollegin Stella Leder (Potsdam/
Berlin) 2021 den Sammelband »Über jeden Verdacht erhaben? Antisemitismus in Kunst und Kultur« herausgegeben.

Für: Erwachsene | Von: NS-Dokumentationszentrum | Treffpunkt: Atelier des Wallraf-Richartz-Museums | Teilnahme: kostenlos

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Seit September 2022 beherbergt eine der ehemaligen Industriehallen der Hirsch, Kupfer- und Messingwerke bei Eberswalde eine Ausstellung zu 100 Jahren jüdischer Migrationsgeschichte in Brandenburg.
Sehr herzlich laden wir Sie nach der Winterpause ein zur Wiedereröffnung von 
Chasak! Jüdische Kulturwerkstatt Brandenburg 
Montag, 1. Mai 2023
von 12 – 16 Uhr
Um 13:00 Uhr und 15:00 Uhr startet jeweils eine Begehung des Geländes rund um die Halle 1 und die Villa Hirsch, bei der die Geschichte des Orts vorgestellt wird. Neben der bekannten Kupferhaussiedlung befand sich in Messingwerk wohl die erste Hachschara im Deutschen Reich. Ungefähr 100 Jahre nach Entstehung der ersten Hachschara blicken wir auf ein Jahrhundert jüdischer Flucht, Migration und Remigration zurück. Seit der Shoa bietet der jüdische Staat Israel Jüdinnen:Juden eine sichere Existenz. Das Leben in der Diaspora bleibt gleichzeitig von Migration geprägt. Die heute in Deutschland lebenden Jüdinnen:Juden kommen zum überwiegenden Teil aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, viele von ihnen aus der Ukraine. Ihre Geschichte zeigt – ebenso wie die Geschichte der Hachschara-Bewegung oder der Remigrant:innen in der DDR – dass Migration kein passiver Prozess ist, sondern in verschiedener Weise ein Akt der Selbstbehauptung sein kann. 

Weltbilder der zeitgenössischen Kunst: Kollektivität – Widerstand - Solidarität

Zahlreiche antisemitische Darstellungen auf der Documenta 15 haben einen seit Jahren schwelenden Konflikt in die breite Öffentlichkeit geholt – und altbekannte Frontbildungen verschärft. Mittlerweile kann ohne Übertreibung von einem Kulturkampf gesprochen werden. Gestritten wird über eine vermeintliche Konkurrenz zwischen der Erinnerung an die Shoah und der Erinnerung an deutsche Kolonialverbrechen. Gestritten wird nicht zuletzt auch über das jeweilige Verhältnis zu Israel. Spätestens durch die Berufung zweier Mitglieder des Künstlerkollektivs Ruangrupa an die HFBK ist dies auch ein Hamburger Streit. Gerad
e im Kunstfeld wird er vehement geführt. Das lässt die Frage aufkommen, ob zentrale Begriffe in der aktuellen Selbstbeschreibung künstlerischer Praxis nicht selbst ideologische Elemente enthalten, die gewollt oder ungewollt antisemitische Weltbilder reproduzieren. Anhand der Begriffe Kollektivität, Solidarität und Widerstand stellen sich die Gäste unserer dreiteiligen Veranstaltungsreihe dieser wichtigen, aber in der bisherigen Debatte vernachlässigten Frage.

Erster Teil: Kollektivität / 03. Mai 2023 – 19:30 Uhr im BARBONCINO zwölphi (Pudel Club)

Soviel steht fest: Kollektivität liegt im Trend. Noch nie gab es so viele künstlerische Kollektive wie heute. Sie gewinnen renommierte Preise, leiten Theater, Biennalen und Großereignisse wie die Documenta 15. Ihre Popularität verdanken sie einem Versprechen: Basisdemokratisch und anti-hierarchisch, gerecht und inklusiv sollen sie sein, nahbar und zum Mitmachen anregend. Über globale Grenzen hinweg und gleichzeitig lokal verbunden gelten sie als Wegweiser zu einer neuen solidarischen Sharing-Ökonomie, von der alle profitieren. Auf grundlegende Veränderungen der Gesellschaft – so die verbreitete Vorstellung – reagieren heutige Kollektive mit einer grundlegenden Veränderung der Kunst. Sie integrieren politischen Aktivismus, um gesellschaftlichen Fortschritt anzustoßen. Aber geht diese Rechnung auf? Welches Weltbild entwirft die Idee des Kollektivs in der zeitgenössischen Kunst? Was sind die problematischen Implikationen der damit verbundenen Vorstellung von Gemeinschaft und kultureller Identität?

 

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